23. Mai 2016

Clean eating: Brauche ich das?

Seit einigen Jahren hat sich der Begriff clean eating in Deutschland etabliert. Online wird man davon praktisch verfolgt, aber auch in Magazinen und auf Produktverpackungen findet man ihn mittlerweile. Ich muss gestehen, dass mich der Begriff von Anfang an nicht angesprochen und sogar gestört hat. Warum das so ist, will ich euch heute erklären und auch der Frage nachgehen, ob clean eating mehr ist als nur ein weiterer Lifestyle-Trend. 

Clean eating übersetzt

Sauberes Essen, reines Essen - beides hört sich gleich viel weniger cool und hip als clean eating an. Höre ich einen englischen Begriff, der angeblich etwas ganz neues beschreibt, übersetze ich ihn mir als erstes mal und schaue dann, was der Begriff wirklich aussagt. In diesem Fall nicht viel. 

Gesundes Essen vs. clean eating

Mein nächster Gedanke war dann sofort, warum gesundes Essen als Beschreibung nicht mehr ausreicht. Zu Deutsch? Nicht neu und cool genug? Kann man nicht so viel mit verkaufen, weil die Leute es zu gut verstehen? Ein bisschen was von allem wahrscheinlich. 

Was bedeutet clean eating im Detail?

Eine feste Definition gibt es nicht, damit kann ich gut leben. Würde auch keinen Sinn machen, denn nicht jeder verträgt die gleichen Lebensmittel. Jeder kann den Begriff also verwenden, wie er will. Zum Bewerben von Produkten ein Traum. Und genau darum scheint es ja zu gehen, passt also. 

Es gibt Vorreiter, die einige Vorgaben für das clean eating aufgestellt haben, dabei ist aber auch nichts wirklich neues und natürlich wird nicht alles für jeden passen, da hätte ich nach dem ganzen Hype wesentlich mehr erwartet. 

Perfekt für Werbung & Konsum

Clean eating dient als Vehikel um allerhand Wunderlebensmittel, Programme, Bücher und Zubehör an den Kunden zu bringen, nicht mehr und nicht weniger. Ein neuer Lifestyle, der sich prima vermarkten lässt, der sich cool und frisch anhört, den selbsternannte Gurus und Firmen lieben, der aber eigentlich keinen richtigen Mehrwert liefert. Daher kann das ganze gerne ohne mich ablaufen. 

Will ich unbedingt einen Begriff verwenden, der inhaltlich in die Richtung geht, dann bleibe ich bei "gesundes Essen". Und will ich unbedingt etwas wie einen englischen Slogan für eine gute Ernährung haben, dann bediene ich mich lieber bei Michael Pollan: “Eat food. Not too much. Mostly plants.”. 


Links

Michael Pollan   http://michaelpollan.com

Kontaktformular

Name

E-Mail *

Nachricht *