5. Mai 2016

Gedanken zu "Grüne Mode ist modischer geworden"

Grüne Mode modisch bio fair
In den letzten Wochen und Monaten habe ich mehrmals gelesen, sowohl auf Blogs als auch auf der Seite eines großen Herstellers, dass grüne Mode in den letzten Jahren modischer geworden ist und dass das ein Grund zur Freude sei. Bei mir erzeugen solche Aussagen widersprüchliche Gedanken. Es dreht sich im Endeffekt alles um die Frage, was "modischer" ist und ob das wirklich so erstrebenswert ist.


Der Duden sagt dazu
modisch, der herrschenden oder neuesten Mode entsprechend, folgend
die geltende oder neueste Mode betreffend.

Modisch steht also für neu, modern, der aktuellen Mode folgen, aber weitergedacht eben auch für schnell wechselnd und kurzfristig, beides sollte grüne Mode in meinen Augen nicht sein. Grüne Mode steht für mich immer in Verbindung mit Kleidungsstücken, die jahrelang tragbar sind, die so geschnitten sind, dass sie nicht nach einer Saison langweilig und deplatziert wirken. 

Grüne Mode kann modisch sein, ohne dabei die Idee des lange tragbar zu sein aufgeben zu müssen. Natürlich kann man diesem Gedanken folgend nicht alle Trends mitmachen, aber deswegen muss man trotzdem nicht altbackene, langweilige Kleidung herstellen. Es liegt an den Unternehmen modische Entwicklungen so umzusetzen, dass der Kunde lange etwas davon hat. Unternehmen, die dieses Spagat meistern, unterstütze ich gerne. Sehe ich aber, wie ein Unternehmen immer größere und schnell wechselnde Kollektionen auf den Markt bringt, in denen alles zwanghaft modisch ist und wenig Chance hat zum Klassiker zu werden, dann habe ich die längste Zeit dort eingekauft. 

Übrigens liebe Unternehmen: Wenn euch Kunden schreiben, dass sie bei euch im Angebot nichts mehr finden, und ihr mit "Wir sind modischer geworden" antwortet, impliziert ihr im Umkehrschluss, dass der Kunde nicht modisch ist. Das scheint mir nicht die beste Art der Kommunikation zu sein. Andererseits versteht so mancher Kunde das vielleicht als Kompliment, da er mehr sein will als jemand, der blind der herrschenden Mode folgt. Und ob eure neuen Kunden wirklich das auffangen können, was euch die alten eingebracht haben, steht natürlich noch auf einem ganz anderen Blatt.

Also: Her mit schöner, zeitloser Kleidung, die allen Körpertypen schmeichelt und die gerne auch etwas modisch sein kann. Aber nein danke zu dem blinden folgen von kurzfristigen Trends, die nach wenigen Wochen niemand mehr sehen kann und die nur für die wenigsten tragbar sind.

PS: Einen Weiterführung dieser Gedanken wird es bald in einem Beitrag mit dem Titel "Ökomode vs. eco fashion" geben. 

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