15. Juni 2016

Grüne Mode: Ökomode vs. eco fashion

Ökomode mag ich nicht, ist mir zu altbacken, nicht modisch genug, zu bunt, bla, bla, bla. Solche Sachen kann man immer wieder lesen, lustigerweise oft von Personen, die den Begriff "eco fashion" gerne benutzen, also die wortwörtliche Übersetzung von Ökomode. 

Schon in meinem Post "Gedanken zu "Grüne Mode ist modischer geworden" bin ich auf meine Gedanken rund um das Thema Grüne Mode, Wahrnehmung und Vermarktung eingegangen, an meiner Meinung diesbezüglich hat sich auch nichts geändert. Diese Gedanken will ich jetzt weiterführen. 

Immer wieder wird erzählt, dass öko als Begriff für moderne grüne Mode ja nicht mehr tragbar sei, denn früher (vor 10 Jahren vielleicht) sei Ökomode ja durch die Bank altbacken oder kunterbunt zusammengewürfelt gewesen, aber sicherlich nicht zeitlos und/oder modern und für jeden tragbar. Dies wird als eine Tatsache hingestellt, an der es nicht zu rütteln gilt. Ich will es trotzdem tun. 

Ich kenne privat Menschen, die schon sehr lange grüne Mode kaufen, auch als sie noch Ökomode heißen durfte. Manche dieser Menschen lieben Farben und kombinieren die verschiedensten wild miteinander, typisch öko eben würden manche sagen. Manche dieser Menschen mögen es aber wesentlich dezenter und tragen vor allem schwarze Kleidung mit klassischen Schnitten. Diesen Kleidungsstil hatten sie auch schon vor 5, 10 und 15 Jahren, auch damals sind sie im Bereich der Ökomode ohne Probleme fündig geworden. 

Vor ein paar Monaten war ich auf einer Verkaufsaktion eines Herstellers von grüner Mode. Es war spannend die Kunden zu beobachten, denn sie entsprachen nicht alle dem gängigen Bild von öko. Manche liebten es grün, orange und gelb in einem Outfit zu kombinieren, anderen kamen ganz in schwarz, manche Frauen trugen weite Röcke, andere streng geschnittene lange Hosen. Die meisten Kunden waren um die 40-50 Jahre alt.

In Gesprächen lernte man schnell, dass viele schon lange bei dem Hersteller Kunde waren und dass sie in der Vergangenheit immer ohne Probleme fündig wurden, egal ob bunt gemischt oder dezent schwarz. Aktuell wurde die zweite Gruppe auch weiterhin fündig, die kunterbunten taten sich aber etwas schwer, sie vermissten die Farben, andere generell Schnitte, die verschiedenen Körperformen passen und schmeicheln. 

Kann es also sein, dass die grüne Mode zwar in einem gewissen Maße moderner geworden ist, gleichzeitig aber auch eingeschränkter? Dass das Hecheln nach Modernität auf Kosten der Vielfalt geht? 

Natürlich mag es vor 10 Jahren manche Schnitte im Bereich der grünen Mode noch nicht gegeben haben, auch wurden neue Muster eingeführt, spitze Pumps wird man wohl auch vergeblich gesucht haben und coole Sneaker gab es auch nicht immer, all dies finde ich klasse (auch wenn ich die Pumps selbst nicht tragen will). Aber war es wirklich so schlimm, dass die Mode damals nicht jeden Trend mitgemacht hat? Dass man Ökomode als Ökomode erkennen konnte, nicht unbedingt weil sie kunterbunt war, sondern weil sie beständig war, weil sie sich treu geblieben ist?

Ich mag Ökomode auch heute als Begriff noch sehr, denn das Wort öko ist lebendig und steht für Dinge, die mir wichtig sind. Es ist ein Wort, das eindeutig Farbe bekennt, das mit vielen guten Inhalten gefüllt ist. Deswegen lasst uns dieses Wort nicht vergessen, uns es nicht von anderen madig machen lassen, lasst es uns mit Überzeugung und Freude benutzen. 

Ich trage Ökomode und das ist auch gut so. 


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