25. November 2016

Warum ich keinen Adventskalender will

Als Kind fand ich Adventskalender toll. Zu Hause hatten wir einen von meiner Mutter gefüllten, in dem Süßigkeiten, aber auch kleine Spielsachen waren. Wir vier Kinder haben uns einen Kalender geteilt, am Anfang wurde gewürfelt, wer wann dran ist und gut war. Alle Tage waren ungefähr gleichwertig besetzt, weder am 06. Dezember noch am 24. Dezember waren außergewöhnliche Sachen im Kalender. Damit konnten alle sehr gut leben, wir hatten Spaß beim Öffnen und die Kosten blieben überschaubar. 

Vielleicht hat mich dieses Teilen eines Adventskalenders zu dem Punkt gebracht, an dem ich heute und schon seit vielen Jahren bin. Seitdem ich etwa 14/15 Jahre alt bin, hatte ich keinen eigenen Adventskalender mehr. Für mich gehörten sie schon immer in die Kindheit, in den Aufgabenbereich von Eltern für ihre Kinder, daher habe ich mir später nie einen eigenen gekauft. Und ich dachte eine Zeit lang, dass es vielen anderen auch so geht. 

Als ich vor einigen Jahren anfing Blogs zum Thema (Natur)Kosmetik zu lesen und auch insgesamt mehr Blogger und Youtuber zu abonnieren, ist mir schlagartig bewusst geworden, dass Adventskalender für Erwachsene eine Riesenmarkt sind. Da sprechen wir nicht mehr über ein bisschen fragwürdig hergestellte Schokolade, da sprechen wir über Beträge bis in den dreistelligen Bereich hinein. 

Da sprechen wir davon, dass manche mehrere hochpreisige Kalender zu Hause haben, wir sprechen davon, dass mit dem Inhalt der Kalender online geprahlt wird, da sprechen wir davon, dass mir bei dem Schauspiel der Mund offen steht und ich ziemlich entsetzt bin. 

Kalender gefüllt mit Dingen, die niemand braucht und oft auch gar nicht will. Adventskalender zu Preisen, bei denen ich vom Glauben abfalle. Adventskalender als perfekter Einstieg in die Hauptkonsumzeit des Jahres. Teure Adventskalender, weil man sich sonst ja nichts gönnt (wer es glaubt). 

Ist der Konsumwahnsinn an Weihnachten nicht schon schlimm genug? Muss es wirklich zum Einstieg noch mehr sein? Noch mehr Kram, der auf Kosten von Mensch und Natur hergestellt worden ist? Noch mehr Kram, der zur Zerstörung der Erde beiträgt?

Warum nicht die ersten 24 Tage im Dezember ganz bewusst weniger konsumieren und sich auf lokale Erlebnisse, Begegnungen, gute Gespräche und ähnliches konzentrieren? Warum nicht nein zum Konsum sagen? Warum nicht ganz entspannt leben, ohne selbsterzeugten Druck? Das alles ist ganz einfach, mann muss es nur tun. 

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