22. Dezember 2016

Seife aus Aleppo

Vor einigen Jahren habe ich feste Seife für mich entdeckt, eine der ersten was Aleppo-Seife, damals gab es sie noch zu kaufen, da die Situation in Aleppo zwar schon kritisch, aber im Vergleich zu heute noch wesentlich besser war. 

Ich erinnere mich bezogen auf diesen Punkt an einen Post auf Blanc et Noir - "Aleppo-Seife und der Krieg in Syrien" - der Post erschien nachdem ich Aleppo-Seife für mich entdeckt hatte. Der Post erschien im November 2013, also vor über drei Jahren. 

Damals machte mich die Situation in Aleppo und Syrien generell natürlich betroffen, doch glaubte ich auch an eine baldige Lösung, dachte, dass die Staatengemeinschaft die Menschen in Aleppo nicht im Stich lassen würde. 

Heute weiß ich, dass das Eingreifen bestimmter Staaten alles nur noch schlimmer gemacht haben, dass den großen Akteuren die Menschen vor Ort vollkommen egal sind. Seit Jahren leiden die Menschen in Syrien in einem unvorstellbaren Maße und wir gucken mit zu oder vergrößern ihr Leid sogar noch. 

Auch ich habe in den letzten drei Jahren nichts getan, habe nicht demonstriert, nicht an die Regierung geschrieben, habe nicht die unterstützt, die sich für Frieden einsetzen. Habe gedacht, dass die Regierungen der verschiedenen Länder das schon regeln werden. 

Mittlerweile ist mir klar, dass die einen nicht wollen und die anderen nicht können, zumindest nicht zu dem Preis, den sie vielleicht bezahlen müssten. Es geht wie immer um wirtschaftliche Interessen, um Macht, um Muskeln spielen lassen um im eigenen Land als Macher und starker Mann zu erscheinen. 

Ob in Aleppo und anderen Orten Menschen vor die Hunde gehen, unmenschliches erleiden müssen und es kein Ende nimmt, ist nur zweitrangig, anderes ist viel wichtiger. Scheinbar auch für uns hier in Deutschland. 

Mir hat dieser Krieg endgültig die Illusionen geraubt, hat mir gezeigt, wie ohnmächtig ich und andere in solchen Situationen sind, wie eingeschränktänkt bestimmte Staaten, Bündnisse und Organisationen in ihrem Handeln sind.  

Seife aus Aleppo ist für mich zu einem Symbol des Leids geworden, des politischen Versagens, meiner eigenen Ohnmacht. Und gerne würde ich diesen Post mit etwas Hoffnung auf eine bessere Zukunft beenden, doch momentan ist Hoffnung Mangelware. 

Trotzdem werde ich natürlich daran arbeiten selbst mehr zu machen, mich zu informieren, die zu unterstützen, die an einer Verbesserung der Lage arbeiten. Auch in dem Wissen, dass es nicht viel bringen mag. 

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