16. Dezember 2016

Vlogmas und Weihnachten auf Blogs + Youtube: Ich will es nicht mehr unterstützen

Seit Jahren folge ich recht vielen Blogs und Youtube-Kanälen, das Lesen von Posts und Schauen von Videos gehört zu meinem Alltag dazu. In den letzten beiden Jahren habe ich zwar ordentlich aussortiert, die Anzahl an Blogs und Kanälen in meiner Abliste ist aber immer noch sehr groß, insgesamt dreistellig. 

Natürlich ist mir klar, dass mich das Lesen und Schauen viel Zeit kostet, dass es mir viel (zu viel!) Input gibt und mein Gehirn ganz schön beschäftigt, dass in meinen Gedanken teils zu wenig Platz für anderes ist. Generell habe ich aus Blogs und Kanälen, plus Seiten wie Instagram, aber bisher immer mehr Positives als Negatives ziehen können, zumindest war das meine Einschätzung. 

Seit dem 1. Dezember hat sich das gewandelt. Vlogmas auf Youtube und unzählige Posts rund um Weihnachten, Geschenkideen, Outfits für die Feiertage und Co., plus die dazugehörigen Bilder auf Instagram, haben mich erschlagen, haben einen bitteren Nachgeschmack in meinem Mund hinterlassen, haben mir endgültig die Illusionen geraubt. 

Überall Konsum, überall perfekte Deko, unzählige Reisen, Haul nach Haul, immer mehr und mehr.  Und ganz viel Werbung und zugeschickte Produkte, man kann beidem fast nicht mehr entkommen. Konsum in Höchstform, teils auch auf Seiten, die sich eigentlich der Nachhaltigkeit verschrieben haben. Ich will das nicht mehr, es widert mich teils richtig an. 

Und gerade wie Frauen sich in dieser Zeit des Jahres präsentieren, wie sie einen oberflächlichen Inhalt nach dem nächsten präsentieren, wie Geschenke, perfekte Deko, immer gut sitzendes Make-Up und Outfit wichtiger sind als alles andere, macht mich traurig. 

Wir haben so viele Möglichkeiten, so viele Privilegien und was machen wir daraus? Wir lassen uns von der Industrie einspannen um den Konsum anzuheizen. Wir geben unsere eigene Stimme auf und hecheln Geld und Aufmerksamkeit hinterher. 

Da wird in Massen gekauft, obwohl jeder mittlerweile weiß/wissen muss, was die Herstellung des Krams für einen Einfluss auf die Natur hat, dass das Zeug auf Kosten der Arbeiter hergestellt wird. 

Da wird sich über die stressige Zeit beschwert, obwohl man außer Einkaufen, Friseur, reisen und ein bisschen Schminken nicht viel macht. 

Da wird der Weihnachtsbecher von Starbucks stolz herumgetragen, da wird der Christbaumschmuck jedes Jahr neugekauft, muss ja zum Farbtrend der Saison passen. Da wird von Besinnlichkeit geschwafelt, diese Besinnlichkeit wird aber nur wenigen zugestanden, nämlich sich selbst und den eigenen Freunden/Familie. 

Natürlich haben mich ähnliche Dinge schon länger gestört, aber ich konnte es zum Teil ausblenden, damit ist jetzt endgültig Schluss. Ich werde in Zukunft meine Zeit, Klicks und damit Unterstützung nicht mehr an Leute geben, die gedankenlosen Konsum als etwas Positives zelebrieren. Die sich keine Gedanken um die Folgen ihres Handelns machen oder denen es schlicht egal ist. 

Dazu gehören auch Menschen, die zwar mit Nachhaltigkeit ihr Geld verdienen, bei sich selbst aber andere Maßstäbe als bei anderen anlegen. Die den schönen Ökoschein verkaufen, aber gleichzeitig pausenlos um die Welt fliegen. 

Und auch wenn ich jetzt viel über andere geschrieben habe um mir Luft zu machen, so geht es im Endeffekt um mich selbst, meine Zeit und meine Entscheidungen. Denn ich entscheide nicht für andere, ich entscheide aber sehr wohl für mich selbst. Und diese Macht will ich endlich konsequenter nutzen. 

Wen will ich mit Klicks und Abo unterstützen, wen nicht? Wieviel Werbung kann ich ertragen? Was kann ich mit der Zeit, die ich vor dem Laptop sitze, eigentlich sonst so anfangen? Wie voll will ich meinen Kopf mit Eindrücken stopfen, die mich nicht beflügeln, sondern runterziehen? Wie stelle ich mich selbst und Konsum im Netz dar? Wo geht mein Weg hin?

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