23. Februar 2017

Zucker: Warum ich Süßes fast nicht mehr esse (Ernährungsumstellung, Migräne/Kopfschmerzen, ...)

Vor ein paar Wochen hatte ich in dem Post "Wenn du aufwachst und sich alles fremd anfühlt" von den unangenehmen Folgen eine Lebensmittels auf meinen Körper und Geist gesprochen, heute folgt die Aufklärung dazu. 

Vor einigen Jahren gehörten Knieschmerzen und Migräne zu meinem Leben, regelmäßig hatte ich mit beidem zu kämpfen, eine Lösung war nicht in Sicht. Dann versuchte ich mal zwei Wochen ohne Süßigkeiten zu leben, ich wollte wissen, ob bei mir wirklich so etwas wie eine Abhängigkeit vorlag oder nicht. Davor habe ich jeden Tag mindestens einmal etwas Süßes gegessen oder getrunken, gerne auch mehr. 

Die zwei Woche Süßigkeitenpause fielen in eine sehr schwüle Wetterlage, was meine Migräne eigentlich noch zusätzlich befeuerte. Dieses Mal passierte nichts, weder Kopfschmerzen noch eine richtige Migräne machten sich bemerkbar. Auf den Zusammenhang mit den Zucker bin ich selbst gar nicht gekommen, erst ein Familienmitglied hat mich darauf gestoßen. 

Auch in den Jahren danach hat sich dieser Zusammenhang immer wieder bestätigt, in Phasen mit vermehrten Zuckerkonsum nahmen bestimmte körperliche Probleme schlagartig zu oder tauchten sogar erst auf. 

Dazu gehören zum Beispiel

  • Kopfschmerzen bis hin zu Migräne mit Aura
  • Entzündungen im Knie
  • allgemein Schmerzen in Knien und Rücken
  • Hautprobleme
  • allgemeine innere Unruhe
  • bei sehr viel Zucker: leichter Schwindel

Alles Sachen, auf die ich gut und gerne verzichten kann. 

Als ursächlich vermute ich die Wirkung des Zuckers auf den Blutzuckerspiegel und daraus resultierende Folgen, ganz sicher bin ich mir allerdings nicht.

Eines weiß ich aber sicher: Das Weglassen von allzu viel Zucker lässt meine körperlichen Beschwerden verschwinden, weswegen ein konsequenter Verzicht auf Süßes und Fertigprodukte mit hohem Zuckeranteil (egal ob mit weißem Zucker, Rohrohrzucker, Honig, Kokosblütenzucker, Trockenfrüchten und anderen Zuckervarianten) für mich ein Muss sein sollte. Daran gehalten habe ich mich in den letzten Jahren leider nicht immer. 

Denn ich liebe den Geschmack von Süßem, war in meiner Familie immer die, die am meisten davon gegessen hat. Und haderte eine Zeit lang mit der Frage, warum gerade ich mit Zucker solche Probleme haben musste. Warum nicht jemand, der Süßes nicht mag?

Natürlich waren diese Gedanken kontraproduktiv, sie sollten mich wohl davor schützen den harten Weg zum Weglassen von Zucker konsequent zu gehen. Denn einfach war und ist es für mich nicht auf Süßes zu verzichten, auch heute nicht. 

Es wird mit jedem Tag des Weglassens leichter, vor allem innerlich kann ich nach gut zwei Wochen ohne Süßes langsam entspannen und denke nicht mehr ständig an süße Leckereien, ganz weg geht der Drang zu Süßigkeiten bei mir aber nie. Daher war es in den letzten Jahren auch ein ständiges auf und ab, die Phasen ohne Süßes werden aber immer länger und das ist gut so. 

Manchmal backe ich mir auch heute noch einen leckeren Kuchen oder bereite Pudding zu. Dabei verwende ich generell weniger Zucker als empfohlen und experimentiere auch mit Ersatzzuckern wie Xylit oder Erythritol, als ideal empfinde ich beides allerdings nicht, daher bleiben süße Leckereien weiterhin die absolute Ausnahme, an den allermeisten Tagen des Monats geht es ohne. 

Auf Feiern esse ich auch weiterhin Süßes, versuche aber nach 1-2 Stück Kuchen Schluss zu machen, denn sonst läuft mein Körper Amok. 

Übrigens braucht keiner Angst zu haben, dass ich meinem Körper Zucker ganz entziehe, denn in sehr vielen normalen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Getreide, Reis und so weiter ist ja auch immer ein gewisser Anteil enthalten. 

Bei Obst und Gemüse versage ich mir nichts, nur bei Trauben bin ich etwas vorsichtig und esse nur wenig. Ansonsten darf es gerne auch süße Früchte geben, damit hat mein Körper kein Problem. Mit getrockneten Früchten allerdings schon, daher bleiben sie weg. Und in den Smoothie gebe ich pro Glas nicht mehr als eine überreife Banane, damit komme ich gut zurecht. 

Ich habe gelernt meine Grenzen auszuloten und bin nicht mehr bereit für ein paar Minuten des süßen Genusses mein körperliches Wohlbefinden zu opfern. Die Zuckerangaben auf Lebensmittelverpackungen lese ich mittlerweile auch ganz gerne, aber nicht verkrampft und rigoros, sondern vor allem weil ich es interessant finde. 

So habe ich mir in der Vergangenheit ab und zu einen kleinen Schokoriegel aus dem Bioladen gegönnt, doch nachdem ich gesehen hatte, dass mehr als 30g des 100g Riegels aus Zucker bestanden, war klar, dass diese Kleinigkeit keine ist, zumindest nicht für mich, daher lasse ich den Riegel mittlerweile weg und erfreue mich daran schmerzfrei durch das Leben zu gehen. 

Wer viele Fertigprodukte isst, sollte unbedingt auf deren Zuckergehalt achten, denn auch in herzhaften Sachen ist dieser oft enorm hoch. Und auch der Brotaufstrich mit Nüssen ist oft ordentlich gezuckert. Ich bevorzuge mittlerweile eine selbstgemachte Variante aus verschiedenen Nüssen mit etwas Zimt und Vanille. 

Ich habe für mich einen Weg gefunden auf Süßigkeiten dauerhaft zu verzichten, einfach war und ist es nicht. Ein Stück weit wird es mich wohl immer zu süßen Lebensmitteln ziehen, damit muss ich leben und daran arbeiten meine neuen Essgewohnheiten weiter zu festigen. Meine Geschmacksknospen passen sich nach und nach dem neuen Leben an, allzu süß empfinden sie heute als störend. 

Für mich ist das Leben mit weniger Zucker ein sehr angenehmes. Wach und entspannt gehe ich durch den Tag, selten tut etwas weh, meine Verdauung funktioniert super und mir geht es gut. Dafür ist der Verzicht auf Süßes ein kleiner Preis, den ich bereitwillig bezahle. 

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