28. März 2017

Schau es doch selber nach! Online mündig sein + selbst nach Antworten suchen ...

Ein Phänomen kann man online immer wieder beobachten: Jemand will etwas wissen, die Antwort auf die Frage selbst zu finden würde nur wenige Sekunden dauern, und doch fragt man lieber auf Youtube, Blogs, Instagram und wo sonst auch immer einen fremden Menschen danach. Die können einem natürlich sonst was erzählen, müssen nach der Antwort oft selbst suchen und sind sicherlich nicht die Auskunft. 

Woher diese Bequemlichkeit? Dieses blinde Vertrauen in die Aussagen anderer? Woher dieser Widerwille selbst zu suchen? Woher der Glaube, dass die Zeit der anderen weniger wertvoll ist? Woher dieses fehlende Selbstbewusstsein in die eigenen Fähigkeiten? 

Ich bin ein mündiger Mensch, der sich gerne ein eigenes Bild macht. Ich weiß, dass es Sinn macht zu bestimmten Fragen verschiedene Quellen zu lesen, eine allein reicht nicht aus. Ich möchte online auch niemanden mit Fragen nerven, vor allem dann nicht, wenn ich sie mir leicht selbst beantworten kann. 

Recherche online und sonst wo will geübt sein, will gelernt sein, sonst fällt man schnell auf Aussagen und Nachrichten herein, die sich später als falsch herausstellen. Sonst braucht man länger als nötig um ans Ziel zu kommen, sonst verläuft man sich schnell. 

Ich glaube mittlerweile nur noch wenig von dem, was ich gerade auf Social Media Plattformen sehe. Ein kurzer Gegencheck zu einer neuen Nachricht (Post, Tweet, Bild, etc.) kann nie schaden. Dabei geht es längst nicht nur um erfundene Nachrichten, auch stellt sich so manch schöner Post auf den zweiten Blick als Werbung heraus. Dass diese von vielen Jugendlichen (und Erwachsenen wahrscheinlich auch) nur schlecht erkannt wird, überrascht mich nicht mehr (spannende Studien dazu findet ihr hier und hier). 

Mich selbst müsste das gar nicht kümmern, denn online bin ich so aufgestellt, dass ich eigentlich nie Fragen gestellt bekomme, die die andere Person leicht selbst beantworten könnte. Und ja, es ist prinzipiell gar nicht so schlimm, wenn ich mal ein paar Sekunden investiere um die Frage einer anderen Person zu beantworten.

Die Folgen aus solch einer Abgabe der Informationsverantwortung sind für mich aber zu schwerwiegend, als dass ich es unterstützen will. Denn was mit einer banalen, unwichtigen Frage anfängt, wird schnell zur Gewohnheit und auf einmal vertraut man auch bei wichtigen, kritischen Fragen blind den Aussagen anderer.

Also liebe Leute: Selber suchen ist angesagt, den Kopf nicht ausschalten, wenn man online unterwegs ist, Berichte, Posts, Bilder, Tweets und Aussagen generell kritisch betrachten, nicht alles glauben, nachschauen, wer hinter Inhalten steckt. Und bei Möglichkeit gerne mal einen Kurs im Bereich der Onlinerecherche belegen, ist spannender, als es sich anhört. 

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