27. Juli 2017

Weite Hosen und meine verquere (Selbst)Wahrnehmung

Nachdem ich mir vor einigen Monaten eine Cullote von der Grünen Erde gekauft hatte, began für mich eine interessante Reise voll mit Zweifeln und (Selbst)Erkenntnissen. Und dass alles nur wegen weiten Hosenbeinen! An dieser Reise will ich euch natürlich gerne teilhaben lassen. 

Ein paar Infos vorneweg: Ich trage normalerweise gerade oder schmal geschnittene Hosen, nie richtig enge (Skinny Jeans und Co. mag ich gar nicht). Daher hatte ich auch nicht erwartet, dass mir die weiten Hosenbeine der Cullote irgendwelche Probleme bereiten würden, doch so war es. 

Die ersten Wochen mit der Cullote habe ich etliche Male versucht sie mit Kleidung aus meinem Kleiderschrank zu kombinieren, irgendetwas störte mich aber immer, nie fühlte ich mich wirklich wohl. Egal welche Farbe die anderen Kleidungsstücke hatten und ob sie weit oder eng waren, es passte für mich nicht. Ich dachte zunächst, dass die Hose vielleicht nicht zu meiner Körperform passt oder ich mich beim Styling schlicht etwas dämlich anstellte, kam aber auch mit Styling-Ideen anderer nicht weiter. Die Cullote fühlte sich stets fremd und nicht passend an. 

Eines Tages habe ich in Zug, Bahn und ganz allgemein mal darauf geachtet, was mir denn so an Hosenformen begegnen. Schmal und eng sah ich überall, hier und da mal eine gerade geschnittene Hose, weitere Hosenbeine ganz selten. Dies wiederholte sich in den folgenden Tagen. Und so langsam wurde mir klar, dass sich mein Gehirn an den Anblick von schmalen Hosenbeinen gewöhnt hatte und die weite Form sich deswegen fremd anfühlte. 

Natürlich war mir klar, dass das, was ich jeden Tag sehe, egal ob im Fernsehen, Internet oder auf der Straße, mich beeinflusst, aber so sehr? Diese Erkenntnis hat mich erschreckt und anschließend geerdet, hat mir klar gemacht, dass ich noch viel mehr darauf achten muss, was ich mir anschaue. Und vor allem was ich denke und fühle, wenn ich bestimmte Dinge sehe. Ich muss aktiv gegen solche schädigenden Gedanken vorgehen, will mich von ihnen nicht so dermaßen beeinflussen lassen, dass ich Probleme mit mir selbst habe. Oder eben mit dem was ich trage und wie ich mich darin fühle. 

Die Cullote trage ich übrigens nach wie vor und fühle mich in und mit ihr immer besser, so langsam ist die weite Silhouette für mich ganz normal und ich kann entspannt und ohne Selbstzweifel mit ihr umgehen, was ein Glück. 

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